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Archive for the 'Erzählungen / Lyrik' Category

Bauernkriegsdenkmal

Freitag, April 25th, 2008

Schallwellen modeliert durch deine Münder im Raum. Hall verhüllt die Seelen in Sinnlosigkeit wie eine Schicht Asche erbrochen von Vulkanen. Nein, nicht! Zu Wehr und Trutz bin ich zu schwach und doch ergiebst du dich zuletzt aus Scham.

Tomaten

Freitag, April 18th, 2008

Die Tomaten wachsen. Die Tomaten wachsen und erkennen ihr Schicksal. In meinem Raume stehen 17 Töpfe mit jungen Tomatenpflanzen. Eine Tomate wurde wohl fehlerhaft behandelt, da der Topf nur Erde zeigt. Wieder eine Tomate ist noch sehr klein. Diese ist entweder sehr schlau oder dumm. Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erkennen. Nein.
Ich habe die Tomaten über ihre Bestimmung informiert, dennoch scheinen sie unberührt weiter zu wachsen. Sie sind mir wie die Menschen.

Leichter Wortwechsel im Museum

Freitag, April 18th, 2008

(Herr E. besucht eine Ausstellung. Doch von großer Kultur pflegt E. stets zu ermüden. Daher beschließt er, zu seinem Vergnügen ein Gespräch mit einem sympathisch erscheinenden beleibt-greifkrallengestützten Silberbierhumpen zu beginnen.)

Herr E. Guten Tag, Herr Humpen! Ach wissen Sie, ich habe nun eine Eintrittskarte für echtes Geld gelöst, um meine falschen Vorstellungen zu bestätigen. Und was passiert? Ich ermatte schon, bevor die Ausstellung sich richtig öffnet. Gerade zu Ihnen habe ich es geschafft.

Humpen. Nun wenigstens das! Ich bin jedoch ein unmöglicher Gesprächspartner und fürchte, diese Unterhaltung wird Sie weiter ermüden. Schließlich vertrete ich nach Ansicht der Museumsleitung ebenso dieselbe hohe Kultur, welche Sie zu langweilen pflegt.

Herr E. Oh, Kultur vertreten Sie gewiss. Und seien Sie versichert, dass Ihnen diese steht!

Humpen. Zumeist steht sie mir bis zum Halse.

Herr E. Weshalb dieses?

Humpen. Nun, ich wurde als Humpen gebaut, um darin Bier einzufüllen, verstehen Sie? Und Bier daraus zu trinken. Um die Lebenden mit sehnsuchtsvollen Räuschen zu beglücken und eben nicht mit rauschhaften Sehnsüchten.

Herr E. Wie darf das verstanden werden?

Humpen. Aber das liegt doch offen auf der Hand: gebaut als schmucker Bierhumpen bin nun auch ich zum Abgott dieser eurer Ära der eingeglasten Goethezimmer mit vertrockneter Originaltinte und der vakuumverpackt zur Schau gestellten Ötzis geworden.

In dieser jenigen Zeit liebt die Menschheit doch nichts mehr als ihre eingelegte Vergangenheit. Sie wähnen sich dabei unsterblich und wenn sie selbst keine Vergangenheit ihr Eigen nennen können, so besuchen sie ein Museum: den Ort der dahingeeilten Dinge, die niemanden mehr aufregen und den Ort vermeintlicher Immortalität.

Weil sie nicht mehr an Gott glauben, glauben die Menschen an die Konservierung des Vergangenen. Das gibt ihnen den Trost, vielleicht selbst einmal kandiert zu werden und so am ewigen Leben zu riechen.

Herr E. Herr Humpen, ich verstehe Sie nicht. Gerade Sie sind doch vollkommen ein Symbol für diese Ära.

Humpen. Gerade ich werde gewöhnlich nicht dazu befragt.

Herr E. In der Tat, Sie hatten Recht: Ihr Gespräch ermüdet mich und ich langweile mich schrecklich.

bekomme, was du begehrst!

Freitag, April 18th, 2008

Du ergibst dich in Sinnhaftigkeit
und ertrinkst im Leben.
Kein Gedanke ist dir eigen,
doch Schmerz!

bekomme, was du begehrst!

Interpretation zu Sigur Ròs – (7)

Samstag, April 5th, 2008

Die isländische Gruppe Sigur Ròs lud die Hörer ein, sich über die Inhalte der Texte ihres Albums “()” – diese sind in einer Fantasiesprache geschrieben – selbst Gedanken zu machen.

Ich möchte nun ein paar Stücke oder das ganze Album mit einem eigenen Text ausstatten und beginne mit dem Lied Nr 7:

Trauben bilden
Ameisen,
Angst und Leid
Geprüft.
Die welken Schritte
Schmerzen.

Kennen den Sinn
Nicht
Und Nicht.

Dornwerk wird zur
Burg,
Schneekristalle schmelzen
Noch.
Dein Leben ist erhabene
Illusion. – unhaltbar

.Erzählung in drei Teilen, mit monochromen Photographien unterlegt

Samstag, März 29th, 2008

1

2

3

Haiku

Dienstag, März 25th, 2008


betretener Blick
a u f · b e t r e t e n e · W e g e
Osterschneetreiben

Haiku

Donnerstag, Februar 28th, 2008


Im Wirren des Lichts
I t a l i e n i s c h e · O p e r
Abendmückenrausch

Siebentischwald

Samstag, Februar 2nd, 2008

Spinnengewebe

Von der Zeit längst besiegt -

Tau als Zeuge der Nacht

Und des zögernden Morgens;

Doch der seidene Faden,

Von den Winden vergessen:

Er allein bindet das Geäst,

Das der Sonne nur folgt

Und einander nie findet.

geboren

Samstag, Februar 2nd, 2008

Nichts gesagt – zu viel geredet

Eben erst geboren – und es schmerzt

Muss erkennen – wollte es nie:

Die Toten leben länger!

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